Termine

Eva Biringer – Unabhängig

© Florian Reimann

Seit Jahren geht der Alkoholkonsum hierzulande zurück, doch bei einer Gruppe steigt er: Bei jener der gebildeten, gut situierten Frauen ab 30. Seltsam, oder? Sind das nicht jene Frauen, die trotz Fünfzigstundenwoche noch Zeit für Sport finden, ihre Ernährung überwachen und Achtsamkeit zum Lebensmotto erkoren haben? Ja, genau die machen sich nach einem harten Arbeitstag als erstes eine Flasche Wein auf. Nicht wenige trinken sie leer.

In ihrem Buch » Unabhängig. Vom Trinken und Loslassen « (HarperCollins, 2022) bekennt Eva Biringer, dass sie selbst jahrelang dazugehörte. Sie trank zur Entspannung und Belohnung, um abzuschalten, sich zu trösten, zu kompensieren und zu funktionieren. Mehr als einmal wachte sie morgens ohne Erinnerung auf.

Bei OUT LOUD liest Eva Biringer aus ihrem Buch und spricht mit uns über den Druck, funktionieren zu müssen, Alkohol und Sucht.

Freitag, 24. Juni 2022 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Franziska Schutzbach – Die Erschöpfung der Frauen

© Anja Fonseka

In unserer Gesellschaft wird Weiblichkeit gleichgesetzt mit Fürsorglichkeit. Frauen sind, ob in der Familie, in Beziehungen oder im Beruf, zuständig für emotionale Zuwendung, für Harmonie, Trost und Beziehungsarbeit. Sie „schulden“ anderen – der Familie, den Männern, der Öffentlichkeit, dem Arbeitsplatz – ihre Aufmerksamkeit, ihre Liebe, ihre Zuwendung, ihre Attraktivität, ihre Zeit. Und kämpfen jeden Tag gegen emotionale und sexuelle Verfügbarkeitserwartungen.

In ihrem Buch » Die Erschöpfung der Frauen. Wider die weibliche Verfügbarkeit « (Droemer Knaur, 2022) wendet sich die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach gegen ein misogynes System, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt. Und sie zeigt, welch vielfältigen Widerstand Frauen gegen die Ausbeutung ihrer Energie, ihrer Psyche und ihrer Körper leisten. Ein Widerstand, der zu einer treibenden Kraft für neue Arbeits- und Lebensweisen wird und die Welt verändert.

Bei OUT LOUD liest Franziska Schutzbach aus ihrem Buch und spricht mit uns über Sorgearbeit, Rollenverhältnisse und Widerstand.

Mittwoch, 31. August 2022 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Mariam T. Azimi & Nahid Shahalimi

© Lela Ahmadzai
© Dr. Isa Foltin / Elisabeth Sandmann Verlag

Am 15. August 2021 eroberten die Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul. In diesen Tagen hat die ganze Welt in Richtung Afghanistan geschaut, es gab Evakuierungsaktionen, Solidaritätsbekundungen und zahlreiche Spenden – inzwischen ist für die meisten längst Gras über die Sache gewachsen. Das Schicksal der in Afghanistan Verbliebenen nicht mehr relevant – oder zumindest nicht mehr auf dem Radar. Das wollen wir ändern mit einer Veranstaltung, zu der wir gleich zwei Autorinnen begrüßen dürfen: Nahid Shahalimi und Mariam T. Azimi.

Mariam T. Azimi erzählt in ihrem Roman » Tanz zwischen zwei Welten « (List, 2021) die Geschichte von Wana, einer jungen Frau Anfang vierzig, die als Kind mit ihren Eltern aus Kabul geflohen ist. Eigentlich führt sie ein glückliches Leben: Mit Freund Alexander und Sohn Leo wohnt sie in Berlin und hat einen guten Job. Dass ihre Großfamilie mit all ihren Erwartungen im fernen Ruhrpott wohnt, hat sie bisher alles andere als gestört. Das ändert sich, als Wana einen schweren Autounfall hat und von ihrer Familie gepflegt werden muss. Eine Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit ist unausweichlich, ein Leugnen ihrer Herkunft nicht mehr möglich. Immer präsent ist die Frage: Wo gehöre ich hin und wo ist mein Zuhause?

Nahid Shahalimi stellt uns in ihrem Buch » Wir sind noch da! Mutige Frauen aus Afghanistan « (Elisabeth Sandmann Verlag, 2021) dreizehn hochkarätige und couragierte Frauen aus Afghanistan vor. Es geht um ihre gesellschaftliche Errungenschaften als Programmiererin, Filmemacherin oder Politikerin, um die Angst und den Schmerz vor dem drohenden Verlust der Heimat, aber vor allem um das, was die Mädchen und Frauen vor Ort schon jetzt verloren haben: Freiheit, Selbstbestimmung, Lebensfreude. Entstanden ist ein Appell, afghanische Mädchen und Frauen nicht zu vergessen und sich zu solidarisieren, denn sie haben wie wir ein Recht auf ein freies Leben in Würde.

Mittwoch, 21. September 2022 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Jeanne Diesteldorf – (K)eine Mutter

© Laura Wencker

Im Durchschnitt entscheidet sich jede vierte Frau einmal im Leben dafür, eine Schwangerschaft abzubrechen, und doch spricht kaum eine Betroffene darüber, weder öffentlich, noch im Privaten. So bestimmen aggressiv geführte Debatten und eine unklare rechtliche Situation den gesellschaftlichen Umgang mit einem höchst persönlichen Thema. » (K)eine Mutter « (Kiwi, 2021) erzählt die Geschichten von zwölf Frauen, die abgetrieben haben. Das Buch gibt ihnen Raum, zu berichten: Von den Umständen der Schwangerschaft, dem Grübeln und der schwierigen Suche nach Informationen und medizinischer Versorgung. Vom Moment der Entscheidung und davon, wie die Abtreibung ihre Beziehung zu sich selbst und zu ihrem Umfeld veränderte. Es sind Geschichten von Schmerz und Verzweiflung, von Selbstbehauptung und von Befreiung. Jeanne Diesteldorf hat abgetrieben und jahrelang darüber geschwiegen. Ihr außergewöhnliches Buch ist ein entschiedenes Plädoyer für das Recht am eigenen Körper.

Mittwoch, 12. Oktober 2022 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Podcast

Unsere Veranstaltungen werden grundsätzlich aufgezeichnet und hinterher in einer gekürzten Version online gestellt.

Hier – bei Bremen Zwei findet ihr die neueste Folge von OUT LOUD mit Maren Wurster, die im Mai 2022 bei uns zu Gast war. Maren hat aus ihrem Buch »Papa stirbt, Mama auch« (Hanser Berlin, 2021) gelesen und mit uns über Verantwortung für die eigenen Eltern, die Intensivmedizin und Verlust gesprochen.

Weitere Folgen:

Julia von Lucadou – Tick Tack (Hanser Berlin, 2022)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Yasmine M’Barek – Radikale Kompromisse (Hoffmann & Campe, 2022)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Mona Ameziane – Auf Basidis Dach (Kiwi, 2021)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Rebekka Endler – Das Patriarchat der Dinge (Dumont, 2021)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Anna Mayr – Die Elenden (Hanser, 2021)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

OUT LOUD

OUT LOUD ist die Bremer Lesebühne im Lagerhaus. Hier werden Autor*innen laut, die sich in ihren Büchern wichtigen, aktuellen und oft unbequemen Themen widmen. Bei uns wird gelesen, aber auch viel gesprochen.

Bei OUT LOUD ist auch das Publikum aktiver Teil der Veranstaltung und kann live – übers Smartphone – mitdiskutieren, Fragen einbringen und Feedback geben.

Die Veranstaltungen von OUT LOUD werden aufgezeichnet und sind anschließend online als Podcast abrufbar.

2020 wurde OUT LOUD mit dem Bremer Frauenkulturförderpreis des Senators für Kultur ausgezeichnet.

Förderer & Kooperationspartner

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