Termine

Mariam T. Azimi & Hila Latifi

© Lela Ahmadzai
© Ricardo Bolaños

Am 15. August 2021 erobern die Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul. In diesen Tagen schaut die ganze Welt in Richtung Afghanistan, es gibt Evakuierungsaktionen, Solidaritätsbekundungen und zahlreiche Spenden. Heute ist für die meisten längst Gras über die Sache gewachsen. Das Schicksal der in Afghanistan Verbliebenen scheint nicht mehr relevant – oder zumindest nicht mehr auf dem Radar. Mariam T. Azimi und Hila Latifi kämpfen an gegen das Verdrängen.

Mariam T. Azimi erzählt in ihrem Roman » Tanz zwischen zwei Welten « (List, 2021) die Geschichte von Wana, die als Kind mit ihren Eltern aus Kabul geflohen ist. Als erwachsene Frau Anfang 40 stellt ein Unfall ihr Leben auf den Kopf: Eine Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit ist plötzlich unausweichlich, ein Leugnen ihrer Herkunft nicht mehr möglich. Immer präsent ist die Frage: Wo gehöre ich hin und wo ist mein Zuhause?

Hila Latifi ist Gründerin und Leiterin des Sii (Systemisches Intersektionales Institut), in dem sie zu Diversitäts- und Inklusionsprozessen berät und begleitet. Als Aktivistin setzt sie sich für Diversität, Antirassismus und die Sichtbarkeit von migrantischen Stimmen ein. Ihr Aktivismus hat häufig einen Afghanistanbezug, ob im Kontext des Herkunftslandes oder im Kontext der Diaspora in Deutschland.

Mittwoch, 21. September 2022 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Jeanne Diesteldorf – (K)eine Mutter

© Laura Wencker

Im Durchschnitt entscheidet sich jede vierte Frau einmal im Leben dafür, eine Schwangerschaft abzubrechen, und doch spricht kaum eine Betroffene darüber – weder öffentlich, noch im Privaten. Aggressiv geführte Debatten und eine unklare rechtliche Situation bestimmen den gesellschaftlichen Umgang mit einem höchst persönlichen Thema. » (K)eine Mutter « (Kiwi, 2021) erzählt die Geschichten von zwölf Frauen, die abgetrieben haben. Das Buch gibt ihnen Raum, zu berichten: Von den Umständen der Schwangerschaft, dem Grübeln und der schwierigen Suche nach Informationen und medizinischer Versorgung. Vom Moment der Entscheidung und davon, wie die Abtreibung ihre Beziehung zu sich selbst und zu ihrem Umfeld verändert hat. Es sind Geschichten von Schmerz und Verzweiflung, von Selbstbehauptung und von Befreiung.

Jeanne Diesteldorf hat abgetrieben und jahrelang darüber geschwiegen. Ihr außergewöhnliches Buch ist ein entschiedenes Plädoyer für das Recht am eigenen Körper.

Mittwoch, 12. Oktober 2022 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Kristina Lunz – Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch

© Konstantin Börner

Immer noch dominieren alte, weiße Männer die Politik und internationale Beziehungen. Dadurch werden die Bedürfnisse von Frauen und Minderheiten permanent ignoriert.

Kristina Lunz tritt in ihrem Buch » Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch. Wie globale Krisen gelöst werden müssen « (Econ, 2022) dafür ein, das zu ändern. Die Politikwissenschaftlerin, Aktivistin und Entrepreneurin denkt Frieden, Menschenrechte und Gerechtigkeit mit Außenpolitik zusammen und will so einen Paradigmenwechsel einleiten: Machtgebaren und militärischen Muskelspielen setzt sie Mediation in Friedensverhandlungen, feministische Machtanalysen und Klimagerechtigkeit entgegen.

Bei OUT LOUD liest Kristina Lunz aus ihrem Buch und spricht mit uns über Gerechtigkeit, Machtverhältnisse und Feminismus.

Mittwoch, 30. November 2022 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Podcast

Unsere Veranstaltungen werden grundsätzlich aufgezeichnet und hinterher in einer gekürzten Version online gestellt.

Hier – bei Bremen Zwei findet ihr die neueste Folge von OUT LOUD mit Eva Biringer, die im Juni 2022 bei uns zu Gast war. Eva hat aus ihrem Buch »Unabhängig. Vom Trinken und Loslassen« (Harper Collins, 2022) gelesen und mit uns über ihre Abhängigkeit, die Bedeutung von Alkohol in unserer Gesellschaft und den Zusammenhang von Feminismus und Trinken gesprochen.

Weitere Folgen:

Maren Wurster – Papa stirbt, Mama auch (Hanser Berlin, 2021)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Julia von Lucadou – Tick Tack (Hanser Berlin, 2022)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Yasmine M’Barek – Radikale Kompromisse (Hoffmann & Campe, 2022)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Mona Ameziane – Auf Basidis Dach (Kiwi, 2021)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Rebekka Endler – Das Patriarchat der Dinge (Dumont, 2021)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Anna Mayr – Die Elenden (Hanser, 2021)
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

OUT LOUD

OUT LOUD ist die Bremer Lesebühne im Lagerhaus. Hier werden Autor*innen laut, die sich in ihren Büchern wichtigen, aktuellen und oft unbequemen Themen widmen. Bei uns wird gelesen, aber auch viel gesprochen.

Bei OUT LOUD ist auch das Publikum aktiver Teil der Veranstaltung und kann live – übers Smartphone – mitdiskutieren, Fragen einbringen und Feedback geben.

Die Veranstaltungen von OUT LOUD werden aufgezeichnet und sind anschließend online als Podcast abrufbar.

2020 wurde OUT LOUD mit dem Bremer Frauenkulturförderpreis des Senators für Kultur ausgezeichnet.

Förderer & Kooperationspartner

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