Termine

Natascha Strobl – Solidarität

© Christoph Glanzl

Solidarität ist die Einsicht, dass die Ausgebeuteten, die Verdammten dieser Erde nur eine einzige Möglichkeit haben, ihre Rechte durchzusetzen: indem sie Mehrheiten bilden.

Unsere alten Gewissheiten zerbrechen aktuell an vielgestaltigen Krisen. Dem beizukommen wäre vornehmste Aufgabe der Politik. Doch die stellt sich kein gutes Zeugnis aus: Die einen klammern sich an den Glauben, dass die verlorene Normalität rückholbar ist. Die anderen wollen die Krisen mit Individualismus oder autoritären Maßnahmen meistern – und bedrohen damit den Rechtsstaat.

Natascha Strobl plädiert in „Solidarität“ (Verlag Kremayr & Scheriau, 2023) für einen dritten Weg: eine gemeinsame, antikapitalistische Klammer. Denn die Art, wie wir leben, produzieren und wirtschaften, muss sich grundsätzlich ändern. Das muss nichts Schlechtes bedeuten, wenn die Lösung echte Solidarität ist – ein kollektiver Wert, der individuelle Befindlichkeiten überwindet.

 

Mittwoch, 17. April 2024 | 19:30 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Ronya Othmann – Vierundsiebzig

© Paula Winkler

In ihrem Roman „Vierundsiebzig“ (Rowohlt Verlag, 2024) sucht Ronya Othmann eine Sprache für das Unaussprechliche: den vierundsiebzigsten Genozid an der jesidischen Bevölkerung, verübt 2014 in Shingal von Kämpfern des IS.

Die Erzählerin reist in ein jesidisches Dorf in der Türkei, in dem niemand mehr lebt, besucht Verwandte und Überlebende in Flüchtlingscamps. Es geht darum, hinzusehen, zuzuhören, Zeugnis abzulegen, Bilder und Berichte mit der eigenen Geschichte zu verbinden, mit einem Leben als Journalistin und Autorin in Deutschland.

Ronya Othmann erschafft ein Werk von ungeheurer Dichte, notwendiger Klarheit und Härte. Ihre Stimme ist eine der Diaspora, die auch in den Lesenden tiefe Spuren hinterlässt.

 

Mittwoch, 22. Mai 2024 | 19:30 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Gilda Sahebi – Wie wir uns Rassismus beibringen

© Hannes Leitlein

Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi zeigt in ihrem neuen Buch „Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten (S. Fischer, 2024): Wir alle denken rassistisch. Das hat mit Extremismus nichts zu tun, sondern ist Konsequenz politischer und gesellschaftlicher Strukturen. Wo Mehrheits- und Minderheitsgesellschaften aufeinandertreffen, bilden sich fast zwangsläufig rassistische Denkmuster und Strukturen – außer man steuert bewusst dagegen. In Deutschland tut man das nicht, sagt Sahebi. Stattdessen werde der Rassismusvorwurf abgetan. Lieber empört man sich, als eine ernsthafte Debatte zu führen und tatsächliche Probleme zu lösen.

Gilda Sahebi analysiert die Spezifika des deutschen Rassismus. Dafür blickt sie zurück bis ins Deutsche Kaiserreich und verfolgt die roten Fäden rassistischen Denkens, die sich von damals bis in die Debatten unserer Gegenwart – etwa um die Staatsbürgerschaft, den Nahostkonflikt oder Migration – ziehen. Sie zeigt, wie wir rassistische und spaltende Narrative stetig weitertragen, uns Rassismus immer wieder beibringen – und damit die Demokratie gefährden.

 

Mittwoch, 12. Juni 2024 | 19:30 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Alexandra Zykunov – Was wollt ihr denn noch alles?

© Hans Scherhaufer

Bestsellerautorin Alexandra Zykunov trägt in ihrem neuen Buch „Was wollt ihr denn noch alles?“ (Ullstein, 2024) unbekannte, absurde, aber leider sehr reale Zahlen, Studien und Unmöglichkeiten zusammen, die schmerzvoll aufzeigen, wo Frauen benachteiligt werden und wodurch ihr Leben anstrengender, ärmer und im Zweifelsfall lebensgefährlicher wird. Auch heute noch. Oder wusstet ihr, dass Algorithmen Frauen automatisch kleinere Kredite gewähren? Dass die Energiekrise die Preise für weibliche Produkte höher steigen ließ als für männliche? Und war euch klar, dass deutsche Gesetze Väter daran hindern, Kindkranktage zu nehmen?

In ihrem unnachahmlich wütend-witzigen Ton schreibt Alexandra Zykunov das Anti-Male-Gaze-Buch, das uns allen gefehlt hat. Das Patriarchat ist wohl noch nicht ganz am Ende – aber der Kampf ist eröffnet!

 

Freitag, 21. Juni 2024 | 19:30 Uhr
Kulturzentrum Lagerhaus | Schildstraße 12-19 | 28203 Bremen

Podcast

Unsere Veranstaltungen werden grundsätzlich aufgezeichnet und hinterher in einer gekürzten Version online gestellt.

Hier – bei Bremen Zwei – findet ihr die neueste Folge von OUT LOUD mit Hadija Haruna-Oelker, Marlen Hobrack und Elisabeth Lechner, die am 14. Dezember 2023 bei uns zu Gast waren. Die drei Autorinnen haben bei uns aus ihren Büchern gelesen und mit uns über den Rassismus, Klassismus und Bodyismus gesprochen.

Weitere Folgen:

Nadia Shehadeh – Anti-Girlboss
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Christina Clemm – Gegen Frauenhass
Die Veranstaltung zum Nachhören findet ihr hier.

Özge Inan – Natürlich kann man hier nicht leben
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Melina Borčak – Mekka hier, Mekka da. Wie wir über antimuslimischen Rassismus sprechen müssen
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Mareice Kaiser – Wie viel. Was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Miriam Stein – Die gereizte Frau
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Katharina Nocun – Gefährlicher Glaube. Die radikale Gedankenwelt der Esoterik
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Teresa Bücker – Alle_Zeit. Eine Frage von Macht und Freiheit
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Phenix Kühnert – Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Jeanne Diesteldorf – (K)eine Mutter
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Mariam T. Azimi & Hila Latifi – Afghanistan
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

Julia von Lucadou – Tick Tack
Die Veranstaltung zum Nachhören gibt es hier.

OUT LOUD

OUT LOUD ist die Bremer Lesebühne im Lagerhaus. Hier werden Autor*innen laut, die sich in ihren Büchern wichtigen, aktuellen und oft unbequemen Themen widmen. Bei uns wird gelesen, aber auch viel gesprochen.

Bei OUT LOUD ist auch das Publikum aktiver Teil der Veranstaltung und kann live – übers Smartphone – mitdiskutieren, Fragen einbringen und Feedback geben.

Die Veranstaltungen von OUT LOUD werden aufgezeichnet und sind anschließend online als Podcast abrufbar.

Wir haben ein neues Preissystem. Ab sofort könnt ihr selbst entscheiden, wie viel ihr für ein OUT-LOUD-Ticket bezahlen könnt und möchtet. Für nur 5 Euro gibt es das günstigste Ticket, für 10 Euro das Standard-Ticket, für 15 Euro das Soli-Ticket (mit dem ihr die günstigen Tickets mitfinanziert) und für 20 Euro das Mega-Fan-Ticket (das euch unseren ewigen Dank sichert). Wir hoffen, so noch mehr Menschen den Zugang zu unseren Veranstaltungen möglich zu machen.

2020 wurde OUT LOUD mit dem Bremer Frauenkulturförderpreis des Senators für Kultur ausgezeichnet.

Förderer & Kooperationspartner

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